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Sexismuskritische Praxen – Veranstaltungsreihe und Workshops für politische Gruppen.
Kontakt: lilue(ät)riseup.net

Workshop:
“Dafür haben wir jetzt keine Zeit” – Sexismuskritische Praxen
auf dem Antifee am 15.6.2012 in Göttingen

„Dafür haben wir jetzt keine Zeit“ – Sexismuskritische Praxen

„Sexistische Kackscheisse“ klebt da. „Nein! heißt nein!“ hängt nebenan.
Anti-Sexismus ist einer der konsensfähigen -Ismen. Viele können
gleich mehrere Zitate einschlägiger Autor_innen einbringen. Und wir sind
doch alle schon so emanzipiert. Hurra.
Warum sind sexistische Situationen und Übergriffe in unserem Alltag und
auch in unseren Zusammenhängen trotzdem „normal“? Warum gilt
Sexismuskritik als „Frauensache“? Warum rechtfertigen Leute sexistische
Sprüche mit „Humor“?

Sexismuskritik sollte einen Ausdruck in unserer alltäglichen und
politischen Praxis finden! Abstraktes Theoretisieren und blinde Flecken
machen die Umsetzung dieses Anspruchs in konkretes Handeln oft
schwierig. Für das Aufbrechen der sexistischen Normalität ist mehr
notwendig als ein Bekenntnis. Es geht um einen Prozess der
Sensibilisierung für einen solidarischen Umgang miteinander, der auf der
wertschätzenden Anerkennung anderer Personen beruht, außerdem um die
Anerkennung von individuell unterschiedlichen Wahrnehmungen von
Situationen aufgrund unterschiedlicher sozialer Positionen und
Privilegien. Aus einer herrschaftskritischen, emanzipatorischen
Perspektive ist das Ziel mehr Selbstbestimmung und die Erweiterung von
Handlungsspielräumen. Über Mechanismen von Dominanz und Herrschaft
nachzudenken kann diese sichtbar – und für Veränderung zugänglich –
machen. Der Fokus dieses Workshops soll darauf liegen, theoretische und
strukturelle Überlegungen auf den (politischen) Alltag zu beziehen und
so konkrete Perspektiven für direkte Interventionen zu entwickeln.

Raum zu geben und Rahmen um Anstöße anzustoßen oder weiterzudiskutieren
versuchen wir in diesem Workshop. Mögliche Themen könnten sein: die
unterschiedliche Rolle von im System von Sexismus privilegierten bzw.
nicht-privilegierten Leuten (Depowerment- und Empowermentansätze und die
Überschneidung verschiedener Benachteiligungsmechanismen) zum Beispiel
in der Frage von Parteilichkeit, aktiver Positionierung und Intervention
oder der Ankerkennung von Wahrnehmungen von Leuten; laute und leise /
verbale und nonverbale / direkte und subtile Dominanzstrategien zum
Beispiel bei der Entscheidungsfindung; gemeinschaftliche Verantwortung
für die Prävention von sexistischen Situationen – kollektiver Umgang mit
Übergriffen zum Beispiel in der Planung von Veranstaltung oder beim
Umgang mit intimer Gewalt; Möglichkeiten einen Prozess der
Auseinandersetzung zu organisieren.
Bring your own Thema! Bring your own/your favourite Zine (was schon
immer mal mehr Menschen gelesen haben sollten)!